Herausforderung Wechseljahre!

Der Wechsel – unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2015 und ja, bei mir wird es jetzt irgendwann einmal so weit sein. Ich werde in den Wechsel kommen. Ja, ich bin wirklich schon so alt! Als ich mir das zum ersten Mal bewusst machte, bekam ich Angst. Wechseljahre, das habe ich immer mit alt sein, unattraktiv sein, krank sein, verbunden. So ein bissl: Jetzt ist das Leben dann eh vorbei.

Mit der Endlichkeit konfrontiert? (c) Brigitte Fischer/Fotostudio B&G

Mit der Endlichkeit konfrontiert? (c) Brigitte Fischer/Fotostudio B&G

Dabei macht es mir doch gerade so viel Spaß, das Leben. Ich bin glücklich mit meinem Liebsten, ich habe tolle FreundInnen, ich liebe meine Arbeit. Und ich fühle mich – und das hat wirklich jahrzehntelang gedauert, bis es soweit war – zum ersten Mal in meinem Leben ein bissl klug, schön und good in shape. Für das „good in shape“ möchte ich mich übrigens sehr herzlich bei meinen Genen bedanken!

Was macht eine Journalistin, zumal eine Medizinjournalistin, wenn sie zu einem Thema zu wenig weiß und Angst davor hat? Richtig. Sie recherchiert, sucht sich kluge Expertinnen und fragt und liest.

In meinem Fall war die kluge Expertin (dazu einfühlsam, freundlich, lustig – und mit einem unendlichen Wissen über die Wechseljahre ausgestattet – ) die großartige Karin Koch-Grössing, eine Facebook-Freundin. Und das schreibe ich jetzt bewusst so hin – sie ist nämlich, auch wenn wir uns erst seit kurzem persönlich kennen, eine Freundin.

Ich habe in den vergangenen Jahren eine ganze Reihe von Artikeln über die Wechseljahre geschrieben. „Die Wechseljahre“ – ganz abstrakt. Ich weiß also theoretisch, was in dieser Lebensphase einer Frau passiert. Wenn es dann allerdings um mich selber geht – ihr kennt das ja.

Angst also und erste Anzeichen hatte ich auch schon bemerkt. Also rief ich Karin an. Karin Koch-Grössing ist Wechseljahrberaterin (www.wechselweise.at)– und ja, Eure Reaktionen gleichen jenen, die sowohl mein Mann als auch eine enge Freundin gezeigt haben, als ich ihnen erzählt habe, dass ich einen Beratungstermin vereinbart habe.

Da mir an beider Meinung sehr viel liegt, habe ich es ihnen so erklärt: „Ich möchte – und zwar tunlichst, bevor es losgeht – vorbereitet sein auf alles, was da kommen wird. Und wie könnte ich dieses Abenteuer besser beginnen, als mit Expertinnen-Gespräch? Da fiel dann der Groschen. Und außerdem: Heißt es nicht: Angekündigte Katastrophen finden nicht statt!? Eben.

Für alle LeserInnen, die das noch nicht wissen, hier ein kurzer Exkurs über die abenteuerliche Reise, die viele Frauen mit dem Beginn der Wechseljahre durchmachen: Schon etwa mit Mitte 30 beginnt der Spiegel eines der wichtigsten weiblichen Sexualhormone schön langsam immer weiter abzusinken. Das geht schleichend, da merkt Frau nix von. Die Menopause tritt dann ein, wenn der Spiegel des zweiten wichtigen Sexualhormons, des Östrogens, quasi über Nacht in den Keller saust. Das passiert meist irgendwann zwischen dem 45. und 50. Lebensjahr. In welchem Alter der Östrogenzug abdampft, ist sehr unterschiedlich und hängt von mehreren Faktoren ab: Eine frühe erste Regelblutung, Kinderlosigkeit aber auch wann die Mutter, die Großmutter in den Wechsel kamen, spielen eine Rolle. Wichtig: Der Wechsel ist keine Krankheit, sondern eine Lebensphase, vergleichbar etwa mit der Pubertät. Es geht um eine Entwicklung, nicht um das “Durchmachen” einer Krankheit.

Es kann aber zu einer ganzen Reihe eher unguter Phänomene kommen. Ich sage „kann“ – denn es muss nicht. Die großartige Lily Brett hat in ihrem Buch „Zu sehen“ von ihrer großen Angst vor den Wechseljahre geschrieben – um dann, Jahre später, festzustellen – sie hat gar nichts davon mitbekommen. Es gibt also Hoffnung!

Studien zufolge, einer Menge Studien, spürt ein Drittel der Frauen gar nichts von ihrem Wechsel, ein Drittel zeigt leichte Symptome und bei einem Drittel schlägt der Wechsel voll zu.

Eine kleine Auswahl:

Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Schlaflosigkeit, Depressionen, Schleimhauttrockenheit (ja, auch dort, wo frau es gar nicht gebrauchen kann, wenn sie auf Sex mit ihrem Liebsten steht) und – der Schlager, der Hit, die Nummer 1: Gewichtszunahme.

Warum ich das denke, tut nichts zur Sache, aber da ich dazu neige, bei unangenehmen Dingen immer ganz laut „Hier!“ zu schreien, rechne ich also mit dem Schlimmsten. Zweckpessimistin bin ich natürlich auch.

Also machte ich mich vor einigen Tagen, an einem strahlend sonnigen, perfekten Sommertag, auf in die Wiener Lindengasse, um mir meine schlimmsten Ängste bestätigen zu lassen. Es öffnete sich die Praxistür und heraus schauten lachende Augen: Karin stand vor mir. Kluge Augen hinter Brillengläsern, ein freundliches Lächeln und ein ebenso freundlicher Händedruck.

Von einem Interview, das ich einige Wochen zuvor mit ihr geführt hatte, wusste ich schon ein wenig um das enzyklopädische Wissen dieser Frau um das Thema „Wechsel“. Das hat sich allerdings in der Beratung noch einmal bestätigt – bistdudeppert – die Frau kennt sich aus.

Es gibt eine Unzahl von Dingen, die ich tun kann, um positiv durch diese Zeit zu gehen, das weiß ich jetzt. An erster Stelle dabei steht – abgesehen vom Ablegen der Hysterie vor den „WECHSELJAHREN“ – dabei die Ernährung. Und da bin ich schon richtig gut drin: Viel Fisch, wenig Fleisch, viel Gemüse, Obst eher nicht roh, sondern gekocht und Gewürze ohne Ende, von Chilli, über Kurkuma bis hin zu Curry – je mehr, desto besser. Dazu Öle, hochwertige Öle, wie Sesam-, Nuß- oder Nachtkerzenöl. Mach ich alles schon – das heißt, macht der Liebste, weil der bei uns kocht.

Bewegung hilft auch, weil sie den Blutdruck stabilisiert und den Körper im Gleichgewicht hält. Okay: meine täglichen ein bis zwei Stunden Flottspaziergänge mit dem Hund zählen dazu: Check!

Dazu Kräutertees – igitt – das klingt erst mal übel (ich steh nicht so auf Tee), aber es gibt tatsächlich eine ganze Reihe von Kräutermischungen, die positive Auswirkungen auf den Organismus haben. Und nein, auf meinen geliebten tiefschwarzen Kaffee muss ich deshalb nicht verzichten.

Überhaupt Kräuter und andere Pflanzen! Die reinste Naturapotheke mit allem was die heftig vor sich hin wechselnde Frau so braucht. Salbei gegen Hitzewallungen und Schweißausbrüche, Rotklee zum Anregen der – immer noch vorhandenen – Östrogenproduktion, Traubensilberkerze gegen Reizungen und Schweißausbrüche – die Liste ist endlos – und ich habe in den nächsten Wochen genug zu tun, um mich über die Funktion jedes einzelnen Krauts zu informieren.

Nach einer intensiven Beratungsstunde war vor allem eines klar: Angst habe ich jetzt keine mehr vor dem Abenteuer Wechseljahre. Denn es ist eine Zeit der Veränderung, eine Möglichkeit, mein Leben noch einmal neu zu bewerten und andere Schwerpunkte zu setzen. Und außerdem – das ist doch schön – werde ich dann jetzt weise! Cool, oder?

Klar habe ich immer noch ein winziges bissl Schiss vor dem was kommt – aber die „Vorfreude“ überwiegt mittlerweile deutlich. Ich stell mir das einfach wie eine Reise vor – und Reisen beinhalten doch meistens schöne und weniger schöne Momente und Zeiten. Klar ist: Die Entscheidung für die Beratung bei Karin Koch-Grössing war richtig, die Frau kennen zu lernen, bereichernd und die 80 Euro, die sie dafür von mir bekam, ausgezeichnet investiertes Geld. Danke, Karin!

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