Prostitution ist Seelenmord!

Prostitution tötet die Seele. (c) adl21/Istockphoto

Prostitution tötet die Seele. (c) adl21/Istockphoto

Wer meinen Blog liest und meine Aktivitäten in den sozialen Medien verfolgt weiß, ich bin für ein Prostitutionsverbot. Frauen darf man nicht kaufen wie eine Ware. Manche Länder in Europa sehen das ähnlich, wie etwa Schweden oder Frankreich. In diesen Ländern werden Freier, die Sex kaufen wollen, bestraft. So will es das Gesetz. In Frankreich umfasst das „Verbot“ der Prostitution zusätzlich den Ausbau von Einrichtungen zur Ausstiegshilfe. Ganz allgemein werden 20 Millionen Euro in Hilfsangebote investiert, um Frauen Alternativen zur Prostitution zu bieten.

Ja, wird jetzt aber argumentiert: In diesem Ländern gibt es trotzdem weiterhin Prostitution, heimlich halt und im Verborgenen. Ja, leider. Gibt es. Das ist allerdings wirklich kein Argument gegen ein Prostitutionsverbot. Vergewaltigung ist auch verboten – trotzdem geschieht sie weiterhin, täglich, rund um die Welt. Heißt das im Umkehrschluss, den Straftatbestand Vergewaltigung aus dem Strafgesetzbuch zu streichen, sei eine gute Idee? Da wird wohl niemand, der bei Verstand ist zustimmen. Vergewaltigung ist eine Straftat – und das ist gut so. Auch wenn weiterhin Vergewaltigungen passieren, die hoffentlich – immer öfter angezeigt und auch tatsächlich bestraft werden. Ein anderes gutes Beispiel ist die Vergewaltigung in der Ehe. Bis 1989 gab es diesen Straftatbestand in Österreich nicht. Eine Frau, die von ihrem Ehemann vergewaltigt wurde, konnte ihn nicht anzeigen, nicht vor Gericht gehen, sich nicht wehren. Erst 1989 wurde Vergewaltigung in der Ehe unter Strafe gestellt. Ja und jetzt? Jetzt gibt es tatsächlich immer noch Ehemänner, die ihre Frauen vergewaltigen. Sollte daher der Paragraph, der Vergewaltigung in der Ehe unter Strafe stellt, wieder abgeschafft werden – weil es das immer noch gibt? Da würde wohl ebenso niemand, der bei Verstand ist, zustimmen.

Gesetze sind Symbole

Gesetze haben nämlich – abgesehen von der praktischen Auswirkung – auch eine symbolische Bedeutung, die hatten sie immer und werden sie immer haben. Gesetze tragen zu gesellschaftlichen Veränderungen bei. Etwas, das unter Strafe gestellt ist, wird anders gesehen, als etwas, bei dem dies nicht der Fall ist. Im oben zitierten Zeit-Artikel steht dazu ein wichtiger Satz: „Dennoch sehen Sozialarbeiter keine Alternative zu dem Verbot. Sie begrüßen, dass das Gesetz ganz offenbar einen moralischen Effekt hat, sich also die Einstellung der Bürger zur Prostitution verändert zu haben scheint: Umfragen zeigen, dass die Schweden den Kauf sexueller Dienstleistungen deutlich kritischer sehen als noch vor 1999.“ Gesetze können tatsächlich das gesellschaftliche Miteinander verändern, zumindest dazu beitragen.

Und deshalb spreche ich mich explizit für das gesetzliche Verbot der Prostitution aus. Ja, auch dann wird es weiterhin Menschen geben, die Sex an andere Menschen verkaufen. Aber – und vor allem natürlich, wenn das Verbot mit einem Bündel von Maßnahmen für Sexarbeiterinnen gekoppelt ist, die ihnen helfen, aus der Prostitution aus- und in andere berufliche Möglichkeiten einzusteigen, trotzdem macht ein solches Verbot Sinn.

Wer meint, Sex sei eine Dienstleistung wie jede andere, der irrt. Sexualität ist untrennbar mit der Person verbunden. Wer Sex verkauft, verkauft mehr als eine Dienstleistung. Und diese Person verkauft mehr als Sex – sie verkauft sich selbst. Wenn Prostituierte sagen, sie würden sich innerlich wegbeamen, wenn ein Freier sich auf ihnen abmüht, so zeugt das nicht von freier und selbstbestimmter Sexualität, sondern von der Ausübung einer Tätigkeit, die gehasst wird. Nicht umsonst, so berichtet das Wiener Büro für Frauengesundheit, wurden 85 Prozent aller Prostituierten in ihrer Kindheit missbraucht und/oder misshandelt. Und – einer Umfrage zufolge, würden knapp 90 Prozent aller Prostituierten sofort aussteigen, wenn sie Unterstützung erhalten würden.

Gegen die Ausbeutung

Und ja, es gibt noch jede Menge anderer ausbeuterischer Arbeitsstellen für Frauen wie für Männer. Nicht jede hat einen Job, der sie erfüllt, der Spaß macht und auch noch das notwendige Geld aufs Bankkonto bringt. Viele berufliche Tätigkeiten sind unglaublich anstrengend, viel zu gering bezahlt und von geringem Status. Das ist aber kein Grund, gegen ein Prostitutionsverbot zu sein. Vielmehr sollte es eine gesellschaftliche Debatte darüber anstoßen, wie für alle Menschen menschengerechte Arbeitsplätze geschaffen werden können.

Ich bin auch gegen Kinderarbeit, ja, gegen entwürdigende Arbeitsplätze in jeder Form. Und ich werde mich immer weiter dafür einsetzen. Mit meinen Beiträgen, mit Diskussionen und – wenn möglich – mit ganz konkreter Hilfe. Und ich bleibe dabei: Für ein Prostitutionsverbot, weil Prostitution Seelenmord ist.

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