Unsere liebe Post – Folge 3.627

Wenn ich früher ein Paket bekam und der Postler mich nicht antraf, musste ich ein paar Gassen weiter, um im Postamt (super Wort übrigens) mein Packerl abzuholen.

Mein Paket - verschwunden im Postbox-Orbit. (c) Österreichische Post AG

Mein Paket - verschwunden im Postbox-Orbit. (c) Österreichische Post AG

Ich bestelle oft Bücher, da sind die Sendungen dann recht schwer. Seit ein paar Monaten ist die Trafik bei mir um die Ecke nun auch eine Postbox. Eigentlich sehr angenehm, bloß einmal rum um den Block und schon halte ich meine Sendung in der Hand. Dachte ich. Bis vorgestern.

Ich habe einen Preis gewonnen, beim Ö1-Quiz mitgespielt und einen Gutschein für DVDs erhalten. Super-Sache. Also bestellt und freudig gewartet. Der Zusteller hielt es nicht für notwendig, bei mir anzuläuten, verstaute einfach den Zettel im Postfach (es kann sich nicht um „meinen“ Briefträger gehandelt haben, der läutet immer an, um hier mal festzuhalten, dass es auch professionelle und nette Zusteller bei der Post gibt) und verschwand. Auf dem gelben Zettel stand genau eine unleserliche Zeile und die Nachricht, ich möge mein Päckchen in der Postbox um die Ecke abholen.

Gesagt getan. Ich stellte mich also in der Trafik an der Poststelle an (das ist genauso wie früher im Postamt). Und wartete – zwei KundInnen waren vor mir. Und wartete. Und wartete noch ein Weilchen, streichelte ein bisschen meinen Hund, wartete wieder und – Hurra! – kam endlich an die Reihe. Zettel raus, Ausweis raus – „bitte, ich möchte das gern abholen.“ Die junge Dame hinterm Tresen nahm meinen Zettel und verschwand für eine Weile im Nebenraum. Nichts geschah.

Dann kam sie wieder zurück: „Wie heißen Sie?“ Das kam etwas brüsk, aber da ich mein Päckchen haben wollte, antwortete ich – ebenso knapp – mit „Fisch“. Sie verschwand wieder im Nebenraum und kam eine Weile nicht zurück. Dann steckte sie den Kopf aus besagtem Raum und blaffte mich an: „Fischer oder Fisch?“ Ich antwortete (zugegeben nun schon ein wenig ungeduldiger): Fisch. Wie das Tier.“ Sie verschwand.

Ich wartete.

Nach einer Weile kam sie wieder zurück und fragte mich: „Woher kommt das Päckchen?“ Nun, da ich selbstverständlich nicht nur über den Röntgenblick verfüge sondern auch hellsehen kann, antwortete ich: „Ich weiß es nicht genau, es könnte aber von Ö1 sein.“ Unverständnis im Blick verschwand die junge Frau wieder in ihrem Nebenraum.

Ich wartete.

Nach einer Weile kam sie wieder – ohne Päckchen – und sagte: „Ich finde es nicht.“ Ich war nun doch ein ganz kleines bisschen irritiert und sagte: „Und was wollen Sie jetzt tun?“ Antwort: „Das weiß ich nicht, der Postler hat nur Unverständliches auf den Zettel geschrieben.“ Das kam nun in einem sehr unfreundlichen Ton, was mich zu folgender Antwort bewog: „Das ist nicht nett, allerdings kann ich nichts dafür. Ich bin nämlich kein Briefträger.“ Antwort der jungen Dame: „Ich auch nicht.“

Das wars. Ich schnappte mir meinen Zustellzettel und ging. Das Paket wird jetzt an Ö1 zurück geschickt werden. Dann werden die Herrschaften dort mich wohl kontaktieren, ob ich umgezogen sei. Ich werde dann zurück schreiben, „nein, aber die Postbox bei mir ums Eck ist leider nicht fähig, mir ein Päckchen auszuhändigen.“ Das wird ein Spaß!

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