Shades of Grey: Gute Unterhaltung!

So: Ich habs jetzt gelesen: Die ganze „Shades of Grey“-Trilogie. Und sie hat mir gut gefallen. Die Charaktere waren interessant und vielschichtig – zumindest was die Hauptpersonen anlangt. Die Story war spannend und mitreißend. Das ideale Buch für einen verregneten Sonntag Nachmittag – oder, besser gesagt, DIE idealen Bücher für einen verregneten Sonntag Nachmittag.

Bevor ich mir die Bücher bestellt habe, habe ich mir diverse Kritiken durchgelesen. Was war das nicht für eine Aufregung: „Frauen stehen auf Sado Maso?“ „Warum Frauen sich nach dem starken Mann sehnen?“ und was weiß ich für Schlagzeilen begleiteten den Rummel um das Buch – und sorgten so ganz nebenbei natürlich auch für immer weiter steigende Verkaufszahlen.

Besonders interessant fand ich allerdings folgende Frage (die in vielen Kritiken explizit und implizit zu lesen stand): Warum wollen Frauen beim Sex geschlagen werden? Oder: Warum stehen Frauen (die ja emanzipiert sind) plötzlich so auf gewalttägigen Sex?

Also: Erstens glaube ich, dass nur sehr wenige der KritikerInnen, die die Bücher besprochen haben, diese auch tatsächlich gelesen haben. In vielen Kritiken wird etwa die Handlung vollkommen falsch dargestellt: Nein, Ana (die weibliche Hauptfigur) ist nicht devot, sie steht nicht auf Demütigung und schon gar nicht auf Gewalt.

Und zweitens: Ich lese auch sehr gerne Thriller, in denen Serienmörder ihr Unwesen treiben. Weder will ich jetzt allerdings einen Serienmörder jagen, noch von einem gekillt werden oder gar einer sein. Ich lese diese Bücher, weil sie spannend sind, abwechslungsreich und mich in eine Welt entführen, die – zum Glück – mit meinem Leben ganz und gar nichts zu tun hat.

Und das gleiche gilt selbstverständlich für „Shades of Grey“. Es ist Unterhaltung, Leute! Es ist nicht „Die Strudlhofstiege“ von Doderer, oder „Freiheit“ von Jonathan Franzen. Es ist was es ist: Unterhaltung. Und sogar gute.

Ich stelle als feministische Leserin solcher Bücher weder mein Lebenskonzept in Frage, noch verbringe ich meine Nächte in dunklen Kellern, wo ich mich züchtigen lasse. Aber es macht Spaß, die Bücher zu lesen. That`s it. Ich finde es jedenfalls immer extrem lustig, wie da gleich alle Moralapostel aufmarschieren und vom Untergang des Abendlandes fantasieren. Oder – und auch das fand sich in vielen Kritiken – gleich postulieren, wie unnötig der Feminismus und die Emanzipation der Frauen ist, bloß weil viele Menschen (mein Mann liests auch gerade) ein Buch unterhaltend finden.

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